Talsperren-Sonderbetriebszustände wissenschaftlich begleitet

Biggetalsperre, Foto Ruhrverband 2004

Forschungspartner des Verbundvorhabens ENERWA untersuchen Änderungen der Gewässergüte und des Gewässerzustands im Rahmen von Sonderbetriebszuständen an zwei Talsperren des Ruhrverbands.

Im Rahmen von Sanierungs- und Überprüfungsmaßnahmen an der Bigge- und Hennetalsperre im Sommer 2015 nutzt das Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH (FiW) e.V., die SYDRO Consult GmbH und die Abteilung Aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen die Möglichkeit für Untersuchungen im Staukörper und im Fließgewässersystem unterhalb der Talsperren bei einem nach energetischen Kriterien dynamisierten Talsperrenbetriebs. In Zusammenarbeit mit dem Ruhrverband als Talsperrenbetreiber werden durch gezielte Steuerung des Abflusses über den üblichen Betrieb hinaus (Amplitude, zeitliche Dynamik) die Einflüsse einer energetischen Wassernutzung auf die Rohwasserqualität im Talsperrenkörper und auf die Ökologie der Fließgewässer unterhalb der Talsperre untersucht. Das FiW und SYDRO begleiten die in den Talsperrenbetriebsplan integrierten Sonderbetriebszustände mit einem umfassenden Monitoringprogramm zur Messung unterschiedlicher chemisch-physikalischer Gewässergüteparameter. Beide Partner verwenden die gewonnenen Daten und Erkenntnisse zur Erweiterung des Gewässergütemodells TALSIM. Hierzu werden Methoden der multivariaten Regressionsanalyse, Support-Vector-Machines und Neuronale-Netze, angewendet.
Die Abteilung Aquatische Ökologie der Universität Duisburg-Essen erhebt vor, während und nach der Dynamisierung detailliert die abiotischen und biologischen Parameter in den Fließgewässern oberhalb und unterhalb der Talsperren, um die Sonderbetriebszustände unter ökologischen Gesichtspunkten zu evaluieren.