Wo sind energetische Optimierungspotenziale in der Wasseraufbereitung und wie können diese genutzt werden?

Abhängig von den lokalen Randbedingungen kann der Energieverbrauch der Wasseraufbereitung einen wesentlichen Anteil an den Betriebskosten der Wasserversorgung darstellen.

Für fünf Wasserwerke (sowohl mit Talsperren- als auch mit Flusswasseraufbereitung) hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wasserforschung gGmbH (IWW) im Rahmen des Projektes ENERWA umfangreiche Untersuchungen zur systematischen Analyse der energetischen Situation aufgenommen. Auf Basis dieser Untersuchungen sollen mögliche Energieeinsparpotenziale identifiziert werden. Für verschiedene Aufbereitungsleistungen werden elektrische Leistungsaufnahmen von Aufbereitungs- und Nebenanlagen erfasst sowie Anlagendrücke, Wasserqualitätsdaten und Chemikalienverbräuche aufgenommen.

Auf Basis dieser Messungen werden unter anderem die Energiehöhenverläufe für jedes Wasserwerk bei verschiedenen Aufbereitungsleistungen grafisch dargestellt. Hieraus sollen Optimierungskonzepte, auch im Hinblick auf eine ökonomische  und ökologische Verbesserung abgeleitet werden.

Die Ergebnisse der ersten Datenauswertungen und Messungen weisen auf Einsparpotenziale und Optimierungsansätze in verschiedenen Bereichen, wie z. B. bei der Flockung sowie der Ozonung hin. Dynamische Kostenvergleichsrechnungen für verschiedene technische Optimierungsvarianten der bestehenden Anlagentechnik ergeben teilweise sehr kurze Amortisationszeiten (1 bis 2 Jahre). Diese Bewertungsansätze sollen im Rahmen der anstehenden Untersuchungen für weitere Durchsatzleistungen verifiziert werden.

Wasserwerk Essen-Kettwig, Foto WVV/IWW Staben 2015
Schema Wasserwerk, WVV/IWW Staben 2015